Die Euro-Banknoten
Architektur wird immer vom
Geist ihrer Zeit bestimmt und wirkt lebendiger und deutlicher als jede
schriftliche Überlieferung und jede historische Darstellung. Architektur
ist sichtbar gebliebenes Zeugnis jener Epoche, in der sie entstanden ist;
Architektur ist steingewordener Geist.
Die Bedeutung der
Architektur für das Selbstverständnis der europäischen Kultur,
die sich darin auch grundlegend von der islamisch-orientalischen und der
ostasiatischen unterscheidet, erkennt man deutlich daran, dass die
Euro-Banknoten neben einer Landkarte Europas vor allem Architekturmotive
zeigen.
Auf der Rückseite der
(vom österreichischen Graphiker Robert
Kalina
entworfenen) Geldscheine befinden sich Abbildungen stilisierter
Brücken in den verschiedenen europäischen Stilrichtungen von der
Antike bis zur Gegenwart. Auf der Vorderseite erkennt man Tore und Fenster in
den europäischen Baustilen von der Antike über die Romanik, die
Gotik, die Renaissance, das Barock und Rokoko bis zu Beispielen in Bauten
aus Eisen und Glas im 19. Jahrhundert und in den im 20. Jahrhundert errichteten
modernen Bauwerken.
Beim Betrachten der neuen
Banknoten kann einem daher eine konzentrierte Stilkunde der typisch
europäischen Architektur vermittelt werden, wobei man die wesentlichen
Unterscheidungsmerkmale der Baukunst der einzelnen Epochen erkennen kann.
Die Brücken, Tore und
Fenster auf den Euro-Banknoten sollen das „Offene und Verbindende“
zwischen den europäischen Kulturen symbolisieren.
Antike Architektur

Romanik

Gotik

Renaissance

Barock

Klassizismus - Historismus

Die Baukunst des 20. Jahrhunderts

Als den „eigentlich
europäischen“ Baustil betrachtete der deutsche Kulturphilosoph Oswald
Spengler den himmelstrebenden, ins Unendliche
weisenden gotischen Spitzbogen als das typische Symbol abendländischen
Weltgefühls.
Eine ausführliche
Gesamtdarstellung des Bereichs „Europäische Architektur“
findet sich im eigentlichen „Examen Europaeum“.