Derartige
Gegenüberstellungen von Völkern und deren Eigenheiten sind auch heute
noch beliebt - sogar die Eigenschaften, die verglichen werden, sind zum
Teil die selben. Die Freude an Ein- und Zuordnung ist
auf jeden Fall als verbreitet einzuschätzen; wer wird beim Anschauen
der abgedruckten Karikatur nicht amüsiert sein? Vermutlich werden viele
der Betrachter auch gleich versuchen, sich selbst in das Bild einzuordnen
bzw. prüfen, ob der Art und Weise, in der „ihre“ Nation
dargestellt ist, zugestimmt werden kann.
„The perfect European should be“

[Abbildungsnachweis: http://www.ece.mcgill.ca/~eurydice/european.htm]
In einem launigen Kapitel ihres Buches Here
and There hat Diana Webster die
Fernsehwetterberichterstattung verschiedener Länder
einander gegenübergestellt; dabei ist ihr aufgefallen, dass die dort
auftretenden Moderatoren weitgehend gängigen Stereotypen entsprechen.
Der Wetterpräsentator an der Westküste der USA wird
beschrieben als Mann in mittlerem Alter, der sich in einem jugendlichen
Pullover wie ein Dreijähriger gebärdet und dessen
Ausführungen kaum zu folgen ist.
In Frankreich kann
man eine attraktive Dame, ebenfalls mittleren Alters, erleben, die in modischer
Kleidung das Wetter nicht nur für Frankreich, sondern auch für
‚France Outre-mer‘, also die Reste des
französischen Kolonialreiches, bespricht.
Der britische
Sender BBC lässt stets einen „middle-aged gentleman in business-suits“
auftreten. Die Wichtigkeit des Wetters in diesem Land wird u.a.
in der Tatsache ersichtlich, dass man den Chef-Wetteransager zum
‚Sir‘ erhoben hat. Bemerkenswert ist in England auch die
dramatische Sprache, derer man sich bei der Ankündigung des
englischen Wetters bedient.
Für
den finnischen
Wetterbericht findet die Verfasserin eher mitleidsvolle Worte und vergleicht
den Ansager mit einem unbeholfenen Holzklotz.