Europäische Stereotypen

 

Es besteht natürlich die Gefahr, dass man auf Grund der obigen Gedanken zu einer Idea­li­sie­rung des europäischen Wesens – vor allem im Verhältnis zu den Völkern anderer Kontinente - verführt wird. Davor muss man sich genauso hüten wie vor Stereotypen[1] innerhalb Europas.

 

 

Völkertafel

 

Wenn man sich mit Fragen europäischer Stereotypen beschäftigt, so stößt man in der Fach­lite­ratur immer wieder auf ein merkwürdiges Tafelbild aus der ersten Hälfte des 18. Jahr­hunderts, das möglicherweise im Ausseer­land im Nordwesten der Steiermark entstanden ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Viele der typisierenden Angaben sind heute nicht mehr ganz leicht zu verstehen, da sich die deutsche Sprache seit dem 18. Jahrhundert natürlich weiterentwickelt hat. So bedeuten etwa „Wohllust“ und „Wizig“ nicht das gleiche wie heute. Unter „Wohllust“ ist eher die Freude an den angenehmen Dingen des Lebens zu verstehen; und zwar ohne den negativen Beigeschmack, der unserem modernen Wort „Wollust“ eignet. „Wizig“ steht nicht so sehr mit „lustig“ in einem Bedeutungszusammenhang als mit „wissend“ und ist hier mit „verständig, klug“ zu übersetzen.

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[1] längerfristig unveränderte, starre Vorstellungen von spezifischen Eigenschaften und Verhaltensweisen anderer Menschen oder Menschengruppen.